In diesen Tagen erhält Denkmaleigentümerin Thekla Meeder eine Bronzetafel für die alte Kornmühle in Bestwig-Ramsbeck mit dem Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale". Die Plakette soll nach den abgeschlossenen Restaurierungsmaßnahmen an vorbildlichen Projekten an das Engagement der privaten Förderer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und die GlücksSpirale erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren. Für die zimmermannsmäßige Wiederherstellung der Dachkonstruktion und der Decke stellte die DSD 2012 15.000 Euro zur Verfügung.
Bereits im 17. Jahrhundert besaß Ramsbeck eine Wassermühle, die in der Schätzliste des Kölner Kurfürsten erwähnt wird. Auch später ist die Rede von einer Mühle an diesem Ort. Das heutige Gebäude stammt vermutlich aus dem frühen 19. Jahrhundert. Der eingeschossige, längsrechteckige Natursteinbau erhebt sich über einem hohen Kellergeschoss und wird von einem Satteldach über einem Fachwerkgiebel mit Backsteinausfachung gedeckt. Stichbogenfenster mit aus Backstein gemauerten Entlastungsbögen gliedern die Fassaden. An der im Erdgeschoss verbretterten Traufseite waren ursprünglich drei oberschlächtige Wasserräder angebracht, die drei Mahlstände betrieben. Die drei Wasserräder machen das Bauwerk für Westfalen technikgeschichtlich einzigartig.
Der Mahlstuhl aus den 1860er Jahren ist für drei Steingänge ausgelegt. Mit Hilfe der Mühlsteine konnte der Müller sowohl Korn mahlen als auch die Samenkapseln von Flachs oder Raps zerreiben und Öl gewinnen. Der hölzerne Innenausbau der Mühle erfolgte um 1810. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts nutzte der damalige Eigentümer ein Wasserrad zur Stromerzeugung für den Eigenbedarf, verkaufte Strom aber auch an die umliegenden Höfe, bis die Gemeinde Ramsbeck an das Versorgungsnetz der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) angeschlossen wurde. Damals erweiterte der Besitzer die Lohnmühle um eine Lohndrescherei. Die Dreschmaschine wurde über Transmission im Nachbargebäude angetrieben, wodurch der Mühlenbetrieb bis in die 1950er Jahre überleben konnte. Zum Schließen der Mühle zwangen am Ende die Überkapazität industrieller Mehlproduktion und die Einführung des Mähdreschers.
Die Ramsbecker Mühle stellt ein wichtiges Denkmal für die regionale Technikgeschichte und Lokalhistorie dar. Ein Mühlenverein bemüht sich mit den Eigentümern um die Instandsetzung mit dem Ziel, eine Schaumühle für Schulen und Besucher zu betreiben. Die tragende Konstruktion war so desolat, dass Einsturzgefahr bestand. Der Mühlenverein wurde erst durch die Sanierung in die Lage versetzt, auch die Technik mit Unterstützung der NRW-Stiftung zu reparieren und das erste von drei Mühlenrädern neu zu errichten. Der Mahlgang funktioniert nun wieder über Wasserkraft.
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